Vielfalt als Ressource für Willkommenskultur

Internationale Anwerbung von Pflegefachkräften stärkt die Pflege und sorgt für Entlastung in den Pflegeteams. Die Einrichtungen sind besonders gefordert, die Zuwanderer bei der Integration zu unterstützen und gleichzeitig den Teams dabei zu helfen, mit mehr Vielfalt in den Teams aktiv zu leben und zwar sowohl in fachlicher als auch in sozialer und kultureller Hinsicht. Dabei ist ein Unternehmen meist schon vor der internationalen Anwerbung von Mitarbeitenden divers: Manche haben eine persönliche, andere eine familiäre Migrationsgeschichte, einige sprechen mehrere Sprachen, es gibt Vielfalt bei der sexuellen Orientierung, Mitarbeitende sind unterschiedlich alt, befinden sich in unterschiedlichen familiären Situationen und bringen (mit oder ohne Migrationshintergrund) unterschiedliche Wertevorstellungen und politische Ansichten mit an ihren Arbeitsplatz. Vielleicht haben auch schon andere Kolleg*innen ihre Berufsausbildung im Ausland absolviert.

Interkulturelle Öffnung als Querschnittsaufgabe

Einrichtungen, die aktiv internationale Pflegekräfte anwerben, stehen von der Aufgabe all diese Vielfaltsdimensionen aufzugreifen und für die Ausgestaltung einer Willkommenskultur zu nutzen. Dazu gehört es auch, den Schulungs- und Fortbildungsplan eines Unternehmens entsprechend zu öffnen, um eine interkulturelle Öffnung als Querschnittsaufgabe auf allen Ebenen des Unternehmens zu verankern.

Die Führungsebene schulen

Erfolgreiche Integration erfordert, dass die Führungsebene sich kontinuierlich in Themen der Personalführung, des Diversity Managements sowie der interkulturellen Öffnung fortbildet. Ebenso bietet es sich den Mitarbeitenden auf der Position des Integrationsmanagements an, entsprechende Schulungen zu realisieren. Damit kann die Führungsebene für Bedarfe der Mitarbeitenden sensibilisiert werden. Gleichzeitig lernen alle Beteiligten (ggf. neue) Führungsinstrumente kennen.

Den Fortbildungsplan ergänzen

Auch für die weiteren Mitarbeitenden können Schulungen und Trainings sinnvoll sein. Um das Vorhaben einer Willkommenskultur im ganzen Unternehmen weiter wachsen zu lassen, sollte die Förderung nicht nur für Pflegekräfte geöffnet sein, sondern auch für weitere Berufsgruppen.

Karrierewege frühzeitig eröffnen

Ein Unternehmen sollte damit rechnen, dass international angeworbene Pflegefachkräfte nach der Erteilung der Berufsausübungserlaubnis und der Berufsanerkennung berufliche Ambitionen haben. Daher ist zu raten, auch schon frühzeitig in das persönliche Mitarbeiter*innengespräch zu gehen und zu besprechen, welche Fort- und Weiterbildungen von der jeweiligen Person gewünscht und von der*dem Arbeitgebenden mitgetragen werden. Unternehmen sollten gläserne Decken unbedingt verhindern, die Mitarbeitenden mit persönlicher oder familiärer Migrationsgeschichte den beruflichen Aufstieg versperren. Gerade, um für diesen Aspekt zu sensibilisieren, sind auch Schulungen für Führungskräfte eine sinnvolle Investition.

Das Wichtigste
für Ihre To-Do-Liste

  • im Ausland sozialisierte und qualifizierte Mitarbeitende bringen weitere Vielfalt in das Unternehmen: sowohl in fachlicher als auch in sozialer und kultureller Hinsicht, hierauf müssen Sie als Unternehmensführung angemessen reagieren

  • greifen Sie die Vielfaltsdimensionen des Gesamtkollegiums auf und nutzen Sie diese für die Ausgestaltung einer Willkommenskultur, dazu gehört auch, dass Sie Ihren Schulungs- und Fortbildungsplan entsprechend öffnen

  • bilden Sie die Führungsebene kontinuierlich in Themen der Personalführung, des Diversity Managements oder der interkulturellen Öffnung fort. Realisieren Sie als Integrationsmanager*in entsprechende Schulungen

  • bieten Sie Schulungen und Trainings zum Zwecke einer gute Willkommenskultur für Mitarbeitende aller Berufsgruppen in Ihrem Unternehmen an

  • gehen Sie frühzeitig in das persönliche Mitarbeiter*innengespräch mit neuen Kolleginnen: besprechen Sie, welche Fort- und Weiterbildungen von der jeweiligen Person gewünscht und von Ihnen mitgetragen werden

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