Warum ein Zertifikat?

Die Gewinnung von Pflegefachkräften aus dem Ausland wird für mehr und mehr Unternehmen in der Pflege- und Gesundheitswirtschaft eine mögliche Strategie der Pflegepersonaldeckung.

Um eine solche zu gewährleisten, soll gute Vermittlungspraxis sichtbar gemacht werden.

Das Zertifikat kann von selbst anwerbenden Krankenhäusern und Pflegeeinrichtungen sowie auch von Personalvermittlungsagenturen erworben werden und bescheinigt eine gute Praxis bei der Gewinnung von Pflegefachkräften im Ausland. Gute Vermittlungspraxis steht für ethisch vertretbare und qualitativ hochwertige Vermittlung und ist durch Servicequalität, Seriosität, Transparenz und Verlässlichkeit gekennzeichnet.

Auf dem Weg zum Gütesiegel

Das DKF entwickelt ein Zertifikat und einen Zertifizierungsprozess und orientiert sich dabei am IRIS-Standard der IOM (International Organization für Migration). IRIS steht für „International Recruitment Integrity System“ und ist eine globale Initiative, die auf die Förderung ethischer Richtlinien zur Arbeitsmigration abzielt. Es definiert Maßstäbe für ethische Anwerbungs- und Beschäftigungsbedingungen und richtet ein freiwilliges Zertifizierungssystem für ethisch vertretbare Anwerbungen von Arbeitskräften sowie einen Prozess für die Einhaltung und Überwachung von Vorschriften ein.

Auf dieser Basis entwickelt das DKF derzeit einen Kriterienkatalog und einen Zertifizierungsprozess in Bezug auf die Gewinnung internationaler Fachkräfte in den Gesundheits- und Pflegeberufen. In Zusammenarbeit mit dem Beirat wird die konkrete Zusammenarbeit mit einem zertifizierenden Unternehmen fachlich begleitet und auf die Bedingungen der deutschen Pflegelandschaft abgestimmt.

Ziele des vom DKF entwickelten Zertifikats

Die Standards und Kriterien des DKF-Zertifikats für eine ethisch gute Vermittlungspraxis sollen einen Mindeststandard in Deutschland etablieren.

Das vom DKF entwickelte Zertifikat, das Gesundheitseinrichtungen und privaten Arbeitsvermittlern nach einem Zertifizierungsprozess eine `Gute Vermittlung´ bescheinigt, stellt einen Gewinn für alle beteiligten Akteure dar: Sowohl für das Herkunftsland und die angeworbene Pflegefachkraft, als auch das Unternehmen in Deutschland. Dafür ist es unerlässlich, dass die komplette Anwerbung und Vermittlung fair, human, menschenrechtskonform und verantwortungsbewusst verläuft.

Für private Personalvermittlungsagenturen – ebenso wie selbst im Ausland rekrutierende Pflege- und Gesundheitsunternehmen – ist die Teilnahme am Zertifizierungsprozess eine freiwillige Entscheidung. Die zertifizierten Unternehmen werden öffentlich gelistet.

Es soll gewährleistet werden, dass Gesundheitseinrichtungen die Personalgewinnungskosten bei zertifizierter Personalgewinnung durch die Entgelte refinanzieren können.

Qualitätsvorgaben der Deutschen Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa)

Unser Kooperationspartner, die Deutsche Fachkräfteagentur für Gesundheits- und Pflegeberufe (DeFa) berücksichtigt in den Verträgen mit ihren Kunden die DKF-Pilotstandards für Integration und Willkommenskultur und zusätzlich auch bereits wichtige Bausteine für ein künftiges DKF-Zertifikat für gute Vermittlungspraxis.

Demzufolge darf der Arbeitsvertrag keine unnötig komplizierten Formulierungen enthalten, muss gut verständlich sein und mindestens folgenden Inhalt aufweisen:

  • Position des Arbeitnehmers,
  • Stellenbeschreibung,
  • Einsatzort,
  • Beginn und Dauer des Vertrags,
  • Einzelheiten zur Reise in und aus dem Bestimmungsland,
  • Angaben zur Unterkunft, Verpflegung, Gewerkschafts- oder sonstigen vom Arbeitnehmer zu zahlenden gesetzlichen Abgaben (falls zutreffend),
  • Name und Anschrift des Arbeitgebers,
  • Lohn und Auszahlungsdatum,
  • Arbeitsstunden und Ruhetage,
  • Überstundenentlohnung,
  • Urlaub und andere Abwesenheitsgründe,
  • alle gesetzlichen Abzüge vom Arbeitsentgelt,
  • Leistungen des Arbeitsverhältnisses und Kündigungsbedingungen gemäß dem geltenden Recht.

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